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2021

2021-09-28 08:50

Nach nun fast 20 Jahren wurde in diesem Jahr die TA Luft neu gefasst und veröffentlicht. Die neue Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA Luft) tritt am 01.12.2021 in Kraft.

Die TA-Luft stellt eine Verwaltungsvorschrift, die Behörden bei Genehmigungsverfahren für nach dem BImSchG genehmigungsbedürftigen Anlagen heranziehen sollen.

Die Neufassung betrifft mehr oder weniger die gesamte TA Luft. Z. B.

➧ Diese enthält erstmals konkrete Anforderungen für Biogasanlagen, die Gülle und/oder Anbaubiomasse einsetzten,

➧ neue Vorgaben zum Schutz der Anwohner vor störenden Gerüchen sowie,

➧ Filterung von 70 Prozent der Ammoniak- und Feinstaubemissionen aus der Abluft von großen Tierhaltungsanlagen.

 

2021-09-07 09:30

Seit 25. Juni gibt es endlich ein Reparatur-EEG, das der Bundestag am 25. Juni beschloss und für tausende Biogasanlagenbetreiber eine echte Anschluss-Perspektive bietet.

Die Streichung für den in der Biogasbranche so wichtigen Flexzuschlag wurde im zweiten EEG-Vergütungszeitraum zurückgenommen. So konnte die Regelung des Zuschlags aus dem EEG 2017 wieder hergestellt werden.

Zukünftig können Biogasanlagenbetreiber wieder einen Flexzuschlag von 50 € je installiertem Kilowatt erhalten, vorausgesetzt Sie haben für ihre flexibilisierte Leistungen die Flexprämie bereits im ersten Vergütungszeitraum erhalten.

Zusätzliche installierte Flex-Leistung kann 65 € je Kilowatt in Anspruch nehmen.

Der Beschluss für die Regelung steht unter dem Zustimmungsvorbehalt seitens der EU.

 

Das junge Start-up Unternehmen, die Firma BtX energy GmbH in Hof/Saale, ein Tochterunternehmen der schwäbischen Firma WS Reformer GmbH aus Renningen hat den Biogasreformer „Bio-to-X Steamreformer für Biogas“ entwickelt, ein System zur Herstellung von Wasserstoff aus Biogas durch Dampfreformierung. Mit dieser, in einem Container eingebauten Technologie, wollen sie Biogasanlagen-Betreibern eine Alternative zur bislang überwiegenden Stromerzeugung aus Biogas geben und gleichzeitig eine Lösung für die Zeit nach Ablauf der 20jährigen EEG-Förderung bieten.

Den aus der Dampfreformierung gewonnenen Wasserstoff könnten die Anlagenbetreiber als Druck- oder Flüssig-H2 an umliegende Unternehmen liefern. Auch eine Belieferung öffentlicher H2-Tankstellen wäre denkbar. Sinnvoll wäre natürlich eine Eigennutzung, wenn z.B. kommunale Grünabfall-Biogasanlagen ihr Müll-Fahrzeugflotte auf Brennstoffzellenantrieb umstellen und das H2 in einer Betriebshoftankstelle nutzen würden, was auch für Landmaschinen von Bauern gelte.

 

2021-06-08 09:50

Seit längerem hat es sich bereits abgezeichnet, dass die Biogasbranche am Scheidepunkt steht. 2020 wurden in Deutschland lediglich sechs neue Anlagen errichtet, die Biomethan ins Netz einspeisen.

Eine Recherche der Redaktion des Fachverbandes Biogas hat nach Abgleich mit den Daten des Marktstammdatenregisters der Bundesnetzagentur und der Auflistung der Deutschen Energie-Agentur (dena) ergeben, dass Ende 2020 in Deutschland 235 Biomethaneinspeiseanlagen in Betrieb waren. Dabei sind in der dena-Auflistung Anlagenstandorte, an denen keine Aufbereitungsanlage betrieben wird, in der Gesamtanlagenzahl von 235 nicht berücksichtigt ; im Marktstammdatenregister sind Anlagen aufgeführt, die kein Biomethan ins Erdgasnetz einspeisen.

Von den sechs errichteten neuen Einspeiseanlagen wurden zwei in Nordrhein-Westfalen, eine in Sachsen-Anhalt, eine in Niedersachsen, eine in Rheinland-Pfalz und eine in Brandenburg in Betrieb genommen. Von der insgesamt 253.749 Normkubikmeter pro Stunde (Nm3/h) errichteten Rohgasaufbereitungskapazität in Deutschland in 2020 entfallen 7.750 Nm3/h auf die neu errichtete Rohgasaufbereitungskapazität.

Angaben des Fachverbandes Biogas zufolge wird auch in 2021 der Neubau von Biomethaneinspeiseanlagen im unteren einstelligen Bereich liegen. Von sechs Anlagen ist bislang bekannt, dass sie ans Netz angeschlossen werden sollen.

 

2021-06-01 08:00

Im März 2021 veranstaltete der Fachverband Biogas den 1. virtuellen Abfallvergärungstag. In vielen Fachvorträgen konnten sich die 100 Teilnehmer *innen über rechtliche Anforderungen an den technischen Betrieb von Biogasanlagen informieren.

Instandhaltungs- und Revisionsarbeiten haben auf Biogasanlagen zu einem veränderten Unfallgeschehen geführt. Das hat zur Folge, dass das technische Regelwerk Gefahrenstoffe TRGS 529, das 2015 veröffentlicht wurde, überarbeitet werden muss. 2022 soll die Überarbeitung fertig sein.

Die in 2019 veröffentlichte TRAS 120, eine Erkenntnisquelle, in der der Stand der Sicherheitstechnik konkretisiert und beschrieben wird, also für Anlagen gilt, die unter die 12. Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV) fallen, stand in der Diskussion, da es weiter etliche Vollzugsfragen gebe.

Die TRAS 320, die sich mit den "Vorkehrungen und Maßnahmen wegen der Gefahrenquellen Wind sowie Schnee- und Eislasten" befasst, soll künftig für alle Anlagen gemäß StörfallVo gelten.

Aus der TA Luft (Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft - die „Erste Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Bundes-Immissionsschutzgesetz“) ergeben sich neue Vorgaben, was dem Vollzug und der Praxis draußen die Interpretation des Regelwerks noch schwieriger macht.

In der AwSV (Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen) wird es nach derzeitigem Stand zu keiner Änderungsverordnung kommen.

Mit der 44. BImSchV (Vierundvierzigste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes / Verordnung über mittelgroße Feuerungs- Gasturbinen- und Verbrennungsmotoranlagen) ist ein sehr komplexes und schwer interpretierbares Regelwerk entstanden mit vielen Vorgaben für die Betreiber. Neben schärferen Emissionsgrenzwerten und kürzeren Messintervallen enthält die Verordnung u.a. auch neue Melde- und Dokumentationsverpflichtungen.