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2021

Das junge Start-up Unternehmen, die Firma BtX energy GmbH in Hof/Saale, ein Tochterunternehmen der schwäbischen Firma WS Reformer GmbH aus Renningen hat den Biogasreformer „Bio-to-X Steamreformer für Biogas“ entwickelt, ein System zur Herstellung von Wasserstoff aus Biogas durch Dampfreformierung. Mit dieser, in einem Container eingebauten Technologie, wollen sie Biogasanlagen-Betreibern eine Alternative zur bislang überwiegenden Stromerzeugung aus Biogas geben und gleichzeitig eine Lösung für die Zeit nach Ablauf der 20jährigen EEG-Förderung bieten.

Den aus der Dampfreformierung gewonnenen Wasserstoff könnten die Anlagenbetreiber als Druck- oder Flüssig-H2 an umliegende Unternehmen liefern. Auch eine Belieferung öffentlicher H2-Tankstellen wäre denkbar. Sinnvoll wäre natürlich eine Eigennutzung, wenn z.B. kommunale Grünabfall-Biogasanlagen ihr Müll-Fahrzeugflotte auf Brennstoffzellenantrieb umstellen und das H2 in einer Betriebshoftankstelle nutzen würden, was auch für Landmaschinen von Bauern gelte.

 

2021-06-08 09:50

Seit längerem hat es sich bereits abgezeichnet, dass die Biogasbranche am Scheidepunkt steht. 2020 wurden in Deutschland lediglich sechs neue Anlagen errichtet, die Biomethan ins Netz einspeisen.

Eine Recherche der Redaktion des Fachverbandes Biogas hat nach Abgleich mit den Daten des Marktstammdatenregisters der Bundesnetzagentur und der Auflistung der Deutschen Energie-Agentur (dena) ergeben, dass Ende 2020 in Deutschland 235 Biomethaneinspeiseanlagen in Betrieb waren. Dabei sind in der dena-Auflistung Anlagenstandorte, an denen keine Aufbereitungsanlage betrieben wird, in der Gesamtanlagenzahl von 235 nicht berücksichtigt ; im Marktstammdatenregister sind Anlagen aufgeführt, die kein Biomethan ins Erdgasnetz einspeisen.

Von den sechs errichteten neuen Einspeiseanlagen wurden zwei in Nordrhein-Westfalen, eine in Sachsen-Anhalt, eine in Niedersachsen, eine in Rheinland-Pfalz und eine in Brandenburg in Betrieb genommen. Von der insgesamt 253.749 Normkubikmeter pro Stunde (Nm3/h) errichteten Rohgasaufbereitungskapazität in Deutschland in 2020 entfallen 7.750 Nm3/h auf die neu errichtete Rohgasaufbereitungskapazität.

Angaben des Fachverbandes Biogas zufolge wird auch in 2021 der Neubau von Biomethaneinspeiseanlagen im unteren einstelligen Bereich liegen. Von sechs Anlagen ist bislang bekannt, dass sie ans Netz angeschlossen werden sollen.

 

2021-06-01 08:00

Im März 2021 veranstaltete der Fachverband Biogas den 1. virtuellen Abfallvergärungstag. In vielen Fachvorträgen konnten sich die 100 Teilnehmer *innen über rechtliche Anforderungen an den technischen Betrieb von Biogasanlagen informieren.

Instandhaltungs- und Revisionsarbeiten haben auf Biogasanlagen zu einem veränderten Unfallgeschehen geführt. Das hat zur Folge, dass das technische Regelwerk Gefahrenstoffe TRGS 529, das 2015 veröffentlicht wurde, überarbeitet werden muss. 2022 soll die Überarbeitung fertig sein.

Die in 2019 veröffentlichte TRAS 120, eine Erkenntnisquelle, in der der Stand der Sicherheitstechnik konkretisiert und beschrieben wird, also für Anlagen gilt, die unter die 12. Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV) fallen, stand in der Diskussion, da es weiter etliche Vollzugsfragen gebe.

Die TRAS 320, die sich mit den "Vorkehrungen und Maßnahmen wegen der Gefahrenquellen Wind sowie Schnee- und Eislasten" befasst, soll künftig für alle Anlagen gemäß StörfallVo gelten.

Aus der TA Luft (Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft - die „Erste Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Bundes-Immissionsschutzgesetz“) ergeben sich neue Vorgaben, was dem Vollzug und der Praxis draußen die Interpretation des Regelwerks noch schwieriger macht.

In der AwSV (Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen) wird es nach derzeitigem Stand zu keiner Änderungsverordnung kommen.

Mit der 44. BImSchV (Vierundvierzigste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes / Verordnung über mittelgroße Feuerungs- Gasturbinen- und Verbrennungsmotoranlagen) ist ein sehr komplexes und schwer interpretierbares Regelwerk entstanden mit vielen Vorgaben für die Betreiber. Neben schärferen Emissionsgrenzwerten und kürzeren Messintervallen enthält die Verordnung u.a. auch neue Melde- und Dokumentationsverpflichtungen.

 

In einem Bericht äußerte sich der Geschäftsführer des Fachverbandes Biogas, Manuel Maciejczyk, über die Ernsthaftigkeit der Lage in der Biogasbranche.
Die Biogasbranche habe seit ihrem Anfang viele Herausforderungen und Probleme gemeistert. Doch die vergangenen Monate zeigten, dass ständige neue Interpretationen, Vollzugsprobleme und neue rechtliche Vorgaben die eigentliche Bedeutung von Biogasanlagen in den Hintergrund rücken. Für viele Betreiber stelle sich daher die Frage, ob sie nach Ablauf der 20-jährigen EEG-Vergütung weitermachen oder den Betrieb sogar schon vorher einstellen sollen. Es wäre notwendig, dass sich die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung die Zeit nehmen würden, Fachkompetenz hinzuzuziehen um existenzielle Themen für die Biogasbranche angemessen auszuarbeiten. Um einer drastischen Stilllegung von Biogasanlagen entgegenzuwirken, sei es daher unabdingbar, die Rahmenbedingungen zu ändern. Dass die Bundesregierung die notwendigen Reparaturen am EEG 2021 nicht vornehme, sei eine Katastrophe für die Branche.
Neben dem volkswirtschaftlichen Nutzen, den Biogasanlagen haben, sind sie bereits vorhanden und produzieren Strom und Wärme nachhaltiger als fossile Kraftwerde und Atomenergie. Dazu ist Biomethan bereits heute preiswerter verfügbar als heimischer oder importierter Wasserstoff.
Der anstehenden Bundestagswahl kommt eine besondere Bedeutung zu - Biogas gilt als zentraler Baustein der Energiewende und braucht daher eine Zukunftsperspektive!

 

Am 17. Dezember 2020 hatte der Bundestag den Gesetzentwurf beschlossen, zum 1. Januar 2021 ist das novellierte Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2021) in Kraft getreten. Für das
EEG 2021 hat das Bundeswirtschaftsministerium eine Formulierungshilfe erstellt, eine Vorlage für die Regierungsfraktionen von Union und SPD, um das Gesetz noch einmal zu ändern. Bereits am 15.05.2021 soll das sogenannte Reparaturgesetz im Bundestag beschlossen werden.

Die Formulierungshilfe sieht vor, dass Anlagen, die von 2017 – 2020 an Ausschreibungen teilgenommen haben, den Flexzuschlag bekommen sollen. Für Anlagen, die ab dem Inkrafttreten des EEG 2021 an einer Ausschreibung teilgenommen haben (1. März 2021) oder an Ausschreibungen teilnehmen werden, fehlt jedoch die dringend benötigte Änderung.

Auch wenn das Thema „Flexzuschlag“ verbessert wird, sind die Vorschläge des BMWI nicht ausreichend um der Biogasbranche eine Zukunft zu geben.

 

2021-05-04 10:24

Um einen störungsfreien Betrieb einer Biogasanlage zu gewährleisten, bietet der Biogasberater Sepp Lausch aus Oberbayern biologische Beratungen und Dienstleistungen an.
Lausch, der im Jahr 2007 zusammen mit seinem Nachbarn eine Biogasanlage gebaut hatte, bekam frühzeitig Probleme mit der Anlage und entschloss sich, sein Fachwissen zu erweitern. Als staatlich geprüfter Fachagrarwirt für erneuerbare Energien begann er seine Tätigkeit als Biogasberater. Mit drei weiteren Mitarbeitern führt er heute Kundenberatungen und Messungen auf Anlagen durch.
Maßnahmen, wie eine Beratung über eine Supplementierung zur Verbesserung der Gärbiologie, eine Gasmessung und die Bestimmung des FOS/TAC-Wertes nach der Entnahme einer Substratprobe gehören u.a. zu seinen Tätigkeiten auf der Anlage. Da bei letzteren beiden die Messergebnisse sofort vorliegen, können gezielte Beratungen stattfinden. Für tiefere Analysen werden Proben in einem Labor untersucht.
Dies könnte besonders für Betreiber von Kleinanlagen interessant sein, weil sie sich dadurch manche Investitionen in teure Mess- und Analysetechnik sparen könnten und bei der Prozessüberwachung unterstützt würden.