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2020

Der Verfasser des Gesetzesentwurfs des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), Hans-Josef Fell, legte vor kurzem zusammen mit der Energy Watch Group (EWG) einen Entwurf für ein neues Sektorenkopplungs- und Innovationsgesetz für Erneuerbare Energien (SIG-EEG) vor.

Das bestehende EEG fördere lediglich Einzelinvestitionen in Einzeltechnologien (Solar-, Wind-, Bioenergien, Wasserkraft und Geothermie), nicht aber kombinierte Investitionen. Fell schlägt eine Kombikraftwerksvergütung von 8 Cent/kWh vor, bei dem die Anlagen einen ausschließlich erneuerbaren Energiemix (auch in Verbindung mit Speichern) ganzjährig stundengenau bereitstellen können. Dabei müssten sie auf definierte Einspeisepunkte bezogen werden. Der Technologiemix stehe dem Anlagenbetreiber frei. Auch könnten die einzelnen Erzeugungsanlagen und weiteren Komponenten des Kombikraftwerks in der Hand unterschiedlicher Eigentümer bleiben, die dann die erzielten Vergütungen selbst vertraglich regeln müssten. Der Übergang vom EEG zum SIG-EEG sollte nach Fells Aussage flexibel gehandhabt werden.

Die Verbände der Erneuerbaren sehen in einer kombinierten Förderung durchaus Chancen für Biogasanlagen, weil deren spezielle Stärken dabei zur Geltung kommen könnten.  

Den gesamte 30seitigen Entwurf finden Sie unter:
http://energywatchgroup.org/wp-content/uploads/EWG_Eckpunkte-f%C3%BCr-eine-Gesetzesinitiative-zur-Systemintegration-Erneuerbarer-Energien.pdf

 

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Am 17. Juni hat der Wirtschaftsausschuss des Bundestages eine neue Perspektive für die Biogasbranche geschaffen. Im neuen Gebäudeenergiegesetz (GEG) wird die Verwendung von Biomethan für den Wärmemarkt erleichtert. Durch diesen Beschluss zum GEG ergibt sich für den Einsatz von Biomethan im Gebäudesektor ein neues Marktsegment, das der Branche eine wirtschaftliche Perspektive im Gebäudebereich bietet.

Der Primärenergiefaktor für Biomethan, der in bisherigen Gesetzesentwürfen mit der Wärme aus Erdgas und Steinkohle gleichgesetzt war (Faktor 1,1), soll nun mit 0,7 angesetzt werden.

Die Bioenergieverbände zeigen sich erfreut über Verbesserungen beim GEG und die Ausweitung von Bioenergie auf einen neuen Bereich.

 

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Die AKTIONSWOCHE ARTENVIELFALT findet vom 29. Juni bis 3. Juli 2020 statt. Der Fachverband Biogas e.V. möchte zusammen mit verschiedenen Verbänden und Organisation aus diesem Anlass darauf aufmerksam machen, dass Energiepflanzenfelder bunt und artenreich sein können bzw. es häufig schon sind. 

Der Präsident des Fachverbandes, Horst Seide, betont, dass es mit Biogas die Chance gibt, Artenvielfalt und Insektenschutz unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu realisieren. Ergänzend zum Mais bauen viele Biogasanlagen-Betreiber zunehmend alternative Energiepflanzen an, die in den Anlagen vergoren werden, selbst wenn ihnen durch den Anbau von Blühflächen statt Mais aufgrund der geringeren Gasausbeute Einnahmeverluste entstehen.

Die „Durchwachsene Silphie“, eine mehrjährige Becherpflanze, die von Juni bis September blüht und mit ihren sonnengelb-strahlenden Blüten viele Insekten anzieht, ähnelt vom Gasertrag her dem Mais und ist für manche Regionen eine ökonomisch passable Alternative. 

Beim Anbau einer Mischung verschiedener mehrjähriger Blühpflanzen für Biogasanlagen zeigt sich ein deutlich höheres Aufkommen an Insekten, Vögeln und Wildtieren als in klassischen Anbausystemen. Zur Realisierung der Projekte ist laut Aussage des Verbandspräsidenten jedoch eine finanzielle Unterstützung für die Landwirte notwendig.

 

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EEG-Corona-Novelle

02.06.2020

Am 14. Mai 2020 hat der Deutsche Bundestag anlässlich der Corona-Pandemie Änderungen am Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vorgenommen. Im Biogasbereich geht es dabei Fristverlängerungen.

Der Deckel der Flexibilitätsgrenze wurde bekanntlich bereits im Juli 2019 erreicht, wodurch nur noch derjenige einen Anspruch auf die Prämie hat, wer die Umstellung auf eine bedarfsgerechte Fahrweise bis 30. November 2020 abschließt. Diese Frist wurde nun um 8 Monate verlängert und endet daher am 31.07.2021. Dadurch soll das Risiko der Insolvenz von Biogasanlagenbetreibern entschärft werden, weil Flexibilisierungsmaßnahmen nicht rechtzeitig umgesetzt werden können. 

Außerdem wurde die Frist für den Bau von bezuschlagten EEG-Anlagen auf Grund von Corona bedingten Lieferengpässen und Personalausfällen um 6 Monate verlängert. Die gleiche Fristverlängerung gilt auch bei der Übergangsregelung für die Netzanschlussbedingungen gemäß Energiewirtschaftsgesetz (Frist geht nun bis 31.12.2020).

Weiterhin unklar ist allerdings, wie und wann die eigentliche EEG-Novelle startet.

 

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Unter dem Aspekt, dass Biogas weit mehr kann als nur Strom erzeugen, diskutierten Referenten der 21. NRW-Biogastagung auf Haus Düsse das Klimaschutzgesetz und die Rolle der Biogasanlage als Dienstleister für den Klimaschutz.

Selbst wenn viele der Vortragsthemen die gesamte Landwirtschaft, insbesondere Tierhalter betrafen, stand Biogas natürlich auch über der Biogastagung. 

Einige Gesetzesvorhaben des Klimaschutzprogrammes der Bundesregierung aus dem vergangenen Jahr berühren zwar die Biogasproduktion, wie z.B. das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG), das die CO2-Bepreisung fossiler Energieträger im Wärme- und Verkehrsbereich regelt, doch sind bessere Rahmenbedingungen für den Weiterbetrieb und den Erhalt von Biogasanlagen notwendig. Neben einer Anhebung des anzulegenden Wertes in der Ausschreibung  (mindestens 3 Cent pro Kilowattstunde) müsste die Bundesregierung im Jahr 2023 mindestens 400 MW ausschreiben, die dann tatsächlich auch erreicht werden müssten, meinte Hendrik Becker, der Vizepräsident des Fachverbandes Biogas e.V. Nicht der Strommarkt sei das primäre Ziel bei der Vergärung von Wirtschaftsdüngern, sondern die Reduktion von CO2 in der Landwirtschaft. Die Abschaffung des Flexdeckels sei notwendig, weil dadurch der Ausbau der flexiblen Stromproduktion behindert werde.

Roland Schulze-Lefert von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen sprach davon, dass Biogasanlagen landwirtschaftliche (Klimaschutz-)Probleme in Gas umsetzen, welches sich sinnvoll nutzen lässt. Die Problematik sieht er darin, dass die Rahmenbedingungen mehr Gülle- und Mistvergärung verhindern. Er fordert, „alle rechtlichen Hindernisse abzubauen, Planungssicherheit für den Weiterbetreib zu schaffen und den Umstieg von Bestandsanlagen in die Gülleklasse zu ermöglichen.“ [BJ]

Michael Kralemann vom 3N Kompetenzzentrum, Werlte/Göttingen sprach von Biogas als Kraftstoff – eine Alternative zur Verstromung. Die Produktion von Biomethan und dessen Einspeisung ins öffentliche Erdgasnetz wäre eine denkbare Perspektive. Die Vermarktung von Biomethan als Kraftsoff könnte durch RED II an Bedeutung gewinnen.

Fazit der Veranstaltung: Mit passenden Rahmenbedingungen könnten Biogasanlagen der Landwirtschaft helfen, die im Klimaschutzgesetz geforderten Klimaziele zu erreichen.

[BJ]: Zitat Biogasjournal Ausgabe 3_2020; Artikel: Landwirtschaft muss 12 Millionen Tonnen Treibhausgase einsparen

 

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Am 4. März 2020 fand die 11. Biogasfachtagung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen mit Referenten aus Wissenschaft, Beratung und Praxis mit rund 200 Teilnehmern in Verden statt.

Neben diversen anderen Themen wurde auch aufgezeigt, dass der Bestand an Biogasanlagen zu schrumpfen droht. Es ist notwendig mit der nächsten EEG-Novelle den Anlagenbestand für die nächsten 10 bis 15 Jahre zu sichern, damit ab 2022 bis in die 2030er hinein der Anlagenbestand nicht nach und nach stillgelegt werden muss. Die Folgen liegen auf der Hand: Die Stromerzeugung aus Biomasse würde massiv sinken – von 38,36 Terawattstunden (TWh) in 2014 auf ca. 8,7 TWh im Jahr 2035, was die Ökostromziele der jetzigen Bundesregierung unerreichbar machen würden. Wer mit seiner Bestandsanlage aus der ersten EEG-Vergütungsperiode herausfällt und noch nicht an einer Ausschreibung teilgenommen und einen Zuschlag erhalten hat, muss mit einer mehrmonatigen Vergütungslücke rechnen.

Herausforderungen für Biogasanlagenbetreiber ergeben sich aber nicht nur aus der Fortentwicklung des EEG, sondern auch aus Rechtsverordnungen, wie der Düngeverordnung, des Wasserrechts und der Technischen Anleitung zur Reinhaltung der Luft.

 

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