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2019

Nach dem EEG 2017 erhalten sogenannte kleine Gülleanlagen, die im Jahresdurchschnitt mehr als 80 Prozent Gülle einsetzen (Geflügelkot ausgenommen) auch ohne Ausschreibung eine relativ hohe Vergütung pro Kilowattstunde, sofern sie eine Leistung von 75 kW nicht überschreiten.

Nach der neuen gesetzlichen Regelung darf eine Anlage bis zu 150 kW installierte Leistung haben, im Jahresdurchschnitt dürfen aber maximal 75 kW Bemessungsleistung erzeugt werden (einschließlich Eigenstromnutzung).

Diese gesetzliche Neuregelung gilt nur für Anlagen, die seit dem 01.01.2017 in Betrieb genommen wurden. Für bestehende kleine Gülleanlagen (Inbetriebnahme vor 2017) gilt, dass sie weiterhin nur 75 kW installierte Leistung haben dürfen, um ihre Vergütung nicht zu verlieren.

Bei dieser gesetzlichen Neuregelung ist zu beachten, dass eine Anlage mit mehr als 100 kW installierter Leistung doppelt überbaut sein muss, was bedeutet, dass nur für 50 % der installierten Leistung eine EEG-Vergütung verlangt werden kann. Wenn also exakt 150 kW installiert werden, dürfen maximal 75 kW eingespeist werden. Wer weniger installiert, z.B.  120 kW, darf nicht die 75 kW ausnutzen, sondern eben nur 50 % der installierten Leistung. Bei installierten 120 kW dürfen also im Jahresdurchschnitt nur noch 60 kW erzeugt werden. Außerdem muss bei einer installierten Leistung von mehr als 100 kW die Anlage im Rahmen des Einspeisemanagements  für den Netzbetreiber fernsteuerbar sein. Zudem muss, wenn die installierte Leistung 100 kW überschreitet, der Strom direkt vermarktet werden.

Doppelt überbaute Anlagen erhalten eigentlich den sogenannten Flexzuschlag in Höhe von 40 Euro je kW installierte Leistung pro Jahr. Kleine Gülleanlagen sind vom Flexzuschlag ausgeschlossen, obwohl die Anlage ab 100 KW installierten Leistung doppelt überbaut werden muss.

Eine Anlage mit maximal 100 kW installierter Leistung muss nicht doppelt überbaut werden, was bedeutet, dass die 100 kW-Anlage ihre Leistungsgrenze von 75 kW tatsächlich erzeugen darf.  Bei einer Anlage mit 102 kW installierter Leistung dürfen nur 51 kW elektrische Leistung im Jahresdurchschnitt erzeugt werden.

 

Fazit:

Auch wenn die gesetzliche Neuregelung für neue kleine Gülleanlagen neue Möglichkeiten bietet, ist es sinnvoll, kleine Gülleanlagen mit einer installierten Leistung von 75 bis maximal 100 kW installierter Leistung und einer Bemessungsgrenze von 75 kW zu betreiben. Wenn bei einer Anlage zwischen 100 und 149 kW installiert werden, stellt dies eine deutliche Verschlechterung dar.

 

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In der Fachzeitschrift „energie AUS PLANZEN“, ein Fachmagazin für Bioenergie und –ökonomie wird in der Ausgabe 1/2019 das Projekt LUKON, über welches Herr Hubert Altenried während der EnergyDecentral 2018 in Hannover referiert hatte, vorgestellt.

Den Artikel finden Sie unter der Rubrik Downloads.

 

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Die Entwicklung des Biogassektors hat sich in den letzten Jahren gravierend verändert. Mit dem Inkrafttreten des EEG (Erneuerbaren-Energien-Gesetzes) im Jahr 2000 hat der Ausbau der Biogasanlagen in Deutschland und damit die Biogaserzeugung kontinuierlich zugenommen. Die 20-jährige Festvergütung und die Abnahmepflicht des Stroms durch den Stromnetzbetreiber waren wesentliche Anreize. 

Ab dem Jahr 2020, nach dem Auslaufen der EEG-Einspeisevergütung, stehen viele Betreiber vor der Frage, ob und wie ein Weiterbetrieb ihrer Anlage sinnvoll sein kann. Damit Biogas rentabel bleibt, ist ein Umdenken über die Zeit danach erforderlich. Wer Strom aus Biogas ins Netz liefert, muss seine Kalkulation neu ausrichten. Da im Ausschreibungsverfahren nur die günstigsten Anbieter zum Zug kommen, ist Flexibilität gefragt.

Die Flexibilisierungsmöglichkeiten einer Biogasanlage sind vielfältig: Erhöhung der installierten Leistung durch zusätzliche BHKWs, Ausbau der Gasspeicher, Einbau eines Wärmepuffers. Ziel ist eine bedarfsgerechte Bereitstellung von Strom. Zudem ist die Flexibilisierung von Biogasbestandsanlagen eine wichtige Voraussetzung für die Teilnahme an den Ausschreibungsverfahren.

Repowering-Maßnahmen sind verschiedene Einzelmaßnahmen im biologischen, technischen  und organisatorischen Bereich um Bestandsanlagen zur Stromerzeugung auf Grundlage neuester Erkenntnisse und Technologien zu optimieren. Handlungsbedarf besteht, weil zum einen ältere Anlagen nicht mehr dem heutigen Stand der Technik entsprechen. Zweiter Punkt für Repowering ist die Steigerung der Wirtschaftlichkeit.

Das  Forschungsprojekt 4.0 der TH Ingolstadt will Anlagenbetreiber in ihrer Neuausrichtung  unterstützen. Die Arbeit des Innovationszentrums 4.0 umfasst 3 Bereiche: Technologie – Wirtschaftlichkeit – Vernetzung. Laut Projektleiter Prof. Dr.-Ing. Markus Goldbrunner „Biogas 4.0“  sind gewisse Investitionskosten, die neu in die Biogasanlage integriert werden müssen, notwendig. Es gilt, Wege zu finden, wie das wirtschaftlich gut machbar ist. Netzwerkpartner helfen dabei, in der Praxis auftretende Probleme zu analysieren und gemeinsam an Lösungen zu arbeiten.

Quelle: https://www.biogas4null.de

 

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Bereits im Juli 2017 sollte das Marktstammdatenregister (MaStR), ein Register, das einen Gesamtüberblick über alle Marktakteure im Strom- und Gassektor liefern soll, starten. Schwierigkeiten bei der technischen Umsetzung verzögerten den Start.

Ab dem 31. Januar 2019 ist die Nutzung des MaStR-Webportals möglich. Nach dem Start des Webportals müssen alle Betreiber von Bestands- und Neuanlagen sich selbst und ihre Anlage im neuen Marktstammdatenregister (MaStR) registrieren. Dies gilt auch für bereits bei der Bundesnetzagentur registrierte Anlagenbetreiber und ihre Anlagen. Im MaStR werden die sogenannten „Stammdaten“ erfasst. Dazu zählen: Standortdaten, Kontaktinformation, Unternehmensform, technische Anlagendaten und technische Zuordnungen, z.B. wie der Netzanschlusspunkt.

Ausführliche Informationen zum Marktstammdatenregister finden Sie auf der Seite der Bundesnetzagentur
https://www.bundesnetzagentur.de

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