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2020

Südafrika verfügt über zahlreiche, geeignete Rohstoffe für die Biogasherstellung, die konstant und reichlich zur Verfügung stehen. Neben Dung aus der Viehwirtschaft gibt es Rückstände aus der Fleischverarbeitung- und Schlachtindustrie, Reststoffe aus dem Pflanzenbau sowie aus der Verarbeitung von Obst, Gemüse und Zuckerrohr. Außerdem Reststoffe aus Brauereien und Kellereien, dazu Nahrungsmittelabfälle und Klärschlamm. Doch derzeit gibt es nur eine geringe Anzahl an Biogasprojekten.

In Südafrika werden 90 Prozent des Stroms aus Kohle erzeugt. Studien zufolge könnte Biogas einen beachtlichen Teil aus Kohle erzeugtem Netzstrom ersetzen. Durch die Struktur des Stromsektors und seine Regeln für Erzeugung, Verteilung und Vertrieb des Stroms ist eine Implementierung von Biogas und BHKW-Projekten in Südafrika behindert.

Das durch die GIZ umgesetzte Programm SAGEN (South African-German Energy Programme) unterstützt das Energieministerium Südafrikas und diverse Institutionen, die Rahmenbedingungen für öffentliche und private Investitionen in erneuerbare Energien und Energieeffizienz wie auch ihre Umsetzungsprozesse zu verbessern.

 

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Auf einer Fachtagung des Deutschen Biomasse-Forschungszentrums (DBFZ) am 27.11.2019 in Leipzig diskutierten Branchenexperten über Nutzungsoptionen und Handlungsempfehlungen für den Erhalt und den Ausbau der Güllenutzung in Biogasanlagen. Der Begriff Gülle steht für die Referenten zumeist für alle Formen von tierischen Exkrementen. In der Biogasproduktion wird allerdings überwiegend Rindergülle (72 %) eingesetzt.

Insgesamt fallen jährlich 153 bis 187 Mio. t Wirtschaftsdünger an, aber nur etwa 53 Mio. t - das sind ca. 30 % - werden vergoren. Aus den 32 Terawattstunden (TWh) Strom, die die Biogasbranche jährlich bereitstellt, resultieren lediglich 8 Prozent aus der Güllevergärung. Und davon wiederum stammt nur ein Zehntel von den etwa 900 Güllekleinanlagen bis 75 kWel.

Diese Fakten verdeutlichen ein hohes, noch ungenutztes Potenzial und die Dringlichkeit für Bestandsanlagen, die Gülleeinsatzmengen zu erhöhen. Die Erhöhung der Güllenutzung könnte einen wesentlichen Beitrag zur THG-Verminderung leisten. Als Maßnahmen für den Ausbau der Güllevergärung empfehlen die Experten u.a. „die Einführung einer Sonderkategorie „Gülle“ für Anlagen bis zu 500 kWel Bemessungsleistung, die in der Jahresbilanz mindestens 80 Prozent Gülle einsetzen. Um den im Verhältnis zur Leistung deutlich höheren Investitionsaufwand bei sehr kleinen Anlagen auszugleichen, sollte der Stromanteil aus Gülle bis 40 kWel höher vergütet werden. Überhaupt würde eine Vergütung des eingespeisten Biostroms in Abhängigkeit von der erzielten THG-Einsparung die Güllevergärung in landwirtschaftlichen Biogasanlagen begünstigen“.[BJ] Auch eine Verpflichtung zur energetischen Verwertung von Gülle bei großen Tierbeständen oder gezielte Investitionszuschüsse könnten die Güllenutzung steigern und eine THG-Einsparung bewirken.

Die Politik ist in der Pflicht, neue Rahmenbedingungen für eine vermehrte Güllenutzung in Biogasanlagen zu schaffen.

In seiner Äußerung zur neuen Düngeverordnung, zu der eine längere Lagerung von Gülle in den Sommermonaten gehöre, zeigte Prof. Dr. Walter Stinner vom DBFZ auf, dass bei der Sommerlagerung von Gülle bedeutende Methanemissionen entstehen. Er verweist darauf, dass hier offensichtlich ein Zielkonflikt in den Festlegungen der Düngeverordnung vorliegt. Zum Thema Entmistungstechnik führte er an,  dass die umgehende Einbringung im Vordergrund stehe. „Je frischer das Substrat in die Biogasanlage gelange, desto geringer seien die N- und CH4- Emissionen und somit umso höher die energetische Ausbeute“. [BJ] Auch hier sieht er einen Zielkonflikt bei der Agrarförderung, wenn im Rahmen der Stallbauförderung die Güllelagerung unter dem Stall teilweise bezuschusst wird, nicht aber ein externes Lager, im günstigen Fall gleich neben dem Fermenter.

[BJ]: Zitat Biogasjournal Ausgabe 1_2020; Artikel: Güllenutzung wird zur Gretchenfrage für den Klimaschutz.

 

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Die am 25. November 2019 von der Bundesnetzagentur veröffentlichten Ergebnisse der vierten Ausschreibungsrunde für Biomasse waren deutlich unterdeckt. Die Behörde hatte - wie bereits im April 2019 - ein Volumen von 133 Megawatt (MW) ausgeschrieben. Auch wenn im Vergleich zur April-Auktion die Zahl der eingereichten Angebote (von 19 auf 50) und die Zuschlagsmenge (von 26 auf 57 MW) deutlich zugenommen haben, wurde das Ausschreibungsvolumen nicht ausgeschöpft.

Laut Bundesnetzagentur lagen die im Gebotspreisverfahren ermittelten Zuschlagswerte zwischen 9,35 ct/kWh und 16,56 ct/kWh. Das höchste bezuschlagte Gebot von 16,56 Cent/kWh entspricht dem höchsten zugelassenen Wert für Bestandsanlagen. Bei Neuanlagen gilt ein Höchstgebotswert von 14,58 ct/kWh. Der durchschnittliche Zuschlagswert aller Gebote lag bei 12,47 ct/kWh.

Nach Angaben der Bundesnetzagentur konnten von 56 eingereichten Geboten nur für 50 Gebote Zuschläge erteilt werden, darunter war nur eine Neuanlage.

Bei der Betrachtung der Auflistung der erfolgreichen Anlagen fällt auf, dass von den 50 Zuschlägen die beiden Bundesländer Bayern (20) und Baden-Württemberg (8) mehr als 50 Prozent auf sich vereinen.

Nach dieser erneuten Unterdeckung der Ausschreibung muss die Bundesregierung bei der anstehenden EEG-Novelle aktiv werden, beispielsweise durch Erhöhung der Höchstwerte, um die im Klimaprogramm beschlossene Stabilisierung des Bioenergie-Beitrags zur Stromerzeugung zu erreichen. 

 

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Mit der Düngeverordnung hat sich die Situation in den viehstarken Regionen verschärft. Überschüsse in der Nährstoffbilanz führen dazu, dass Wirtschaftsdünger abgegeben und teils über längere Strecken transportiert werden muss. Häufig gibt es in der Umgebung nicht genügend Flächen zum Ausbringen des Düngers. Viele Anlagenbetreiber denken daher über eine Aufbereitung ihrer Gärprodukte nach. Am Anfang aller Aufbereitungsverfahren steht dabei das Separieren – die Fest-Flüssig-Trennung - der Gärprodukte mit dem Ziel, nach der Separation einen Trockensubstanz- (TS)-Gehalt von 25 -30 % in der Festphase zu erhalten. Dadurch wird der Abtransport der Feststoffe wesentlich effizienter.

Beim Separieren mit der Pressschnecke befindet sich das zu separierende Medium im Siebkorb. Durch eine langsam rotierende Schnecke läuft die flüssige Fraktion durch den Sieb, wobei sich die festen Bestandteile am Sieb anlegen und mit der Schnecke zum Austrag transportiert werden.

Da kleine Anlagen nicht genug Leistung liefern, wenn größere Mengen zu separieren sind, haben sich verschiedene Firmen auf den Bau von sehr großen mobilen Anlagen spezialisiert. Dank mehrerer leistungsstarker Separatoren wird ein hoher Durchsatz von Frischgülle oder Gärsubstrat in der Stunde erzielt.

 

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